Food Truck Kosten - Das kosten Gründung & Eröffnung wirklich
Eine ehrliche Einordnung aus der Praxis
15.02.2024 / aktualisiert am 19.01.2026
Die Frage nach den Kosten ist für viele der erste Moment, in dem aus einer Idee plötzlich Realität wird.
Nicht "ob ein Foodtruck cool ist", sondern wie viel Geld du wirklich brauchst, entscheidet darüber, ob ein Projekt tragfähig ist oder ob es dich schleichend unter Druck setzt.
Dieser Artikel ist keine Hochrechnung aus Excel-Vorlagen und keine Schönrechnung für Businesspläne.
Er basiert auf realen Zahlen, echten Gründungen und vielen Gesprächen mit Menschen, die genau an diesem Punkt standen.
Warum die Kostenfrage oft falsch gestellt wird
Viele starten mit der Vorstellung: "Ein gebrauchter Truck, ein paar Geräte – das kriegt man schon irgendwie hin."
Das Problem daran ist nicht der Optimismus, sondern die Unvollständigkeit.
Ein Foodtruck ist kein einzelnes Objekt, sondern ein komplexes System aus:
- Fahrzeug
- Küche
- Genehmigungen
- Logistik
- laufenden Kosten
- und unternehmerischem Risiko
Wer nur den Anschaffungspreis betrachtet, unterschätzt fast immer den tatsächlichen Kapitalbedarf.
1. Behördliche & formale Kosten (notwendig, aber überschaubar)
Bevor du überhaupt verkaufen darfst, fallen einige Pflichtkosten an.
Sie sind selten der große Kostentreiber, werden aber gerne verdrängt:
- Gewerbeanmeldung
- Reisegewerbekarte (je nach Einsatzform)
- Hygienebelehrung & Schulungen
- ggf. Führungszeugnis & Handelsregisterauszug
In Summe bewegen sich diese Posten meist im niedrigen dreistelligen Bereich. Sie sind also nicht existenzbedrohend, aber nicht optional.
Eine Übersicht aller Genehmigungen und Zulassungen, die für den Betrieb eines Food Trucks notwendig sind, findest du auf dieser Grundlagenseite.
2. Der größte Kostenblock: Fahrzeug & Ausbau
Hier entscheidet sich sehr viel und hier wird auch am häufigsten falsch geplant.
Realistische Erfahrungswerte:
- Gebrauchter Foodtruck, technisch brauchbar: oft ab ca. 25.000 bis 35.000 €
- Neu- oder maßgeschneiderter Ausbau: schnell 70.000 bis 100.000 €+
Dazu kommen beim Gebrauchten fast immer:
- Anpassungen an dein Konzept
- Geräte, die fehlen oder ersetzt werden müssen
- TÜV-relevante Arbeiten
- Gas-, Strom- und Sicherheitsabnahmen
Der häufigste Fehler: Das Fahrzeug ist billig – aber technisch nicht stabil.
Was du später an Reparaturen, Ausfällen und Improvisation zahlst, ist oft deutlich teurer als ein sauber geplanter Einstieg.
3. Versicherungen & Fixkosten, die gerne vergessen werden
Ein Foodtruck ist kein normaler PKW. Entsprechend brauchst du:
- KFZ-Versicherung PLUS
- Betriebshaftpflicht
- ggf. Kasko
- ggf. weitere Absicherungen (Inventar, Personal, Rechtsschutz)
Diese Kosten laufen jedes Jahr, unabhängig davon, wie gut dein Umsatz ist.
Auch das gehört zur Realität – nicht zur Kür, sondern zur Pflicht.
4. Logistik, Standplätze & Infrastruktur
Was auf Instagram nicht zu sehen ist, kostet im Alltag Geld:
- Lager und/oder Produktionsküche
- Standplatz- oder Stellgebühren
- Strom, Wasser, Entsorgung
- Fahrten, Sprit, Wartung
Gerade Stellplatzgebühren werden oft unterschätzt. Vor allem in Städten oder bei regelmäßigen Einsätzen auf Festivals und dergleichen.
Ein Foodtruck ohne funktionierende Infrastruktur ist kein mobiles Business, sondern ein Stressfaktor.
5. Laufende Kosten im Betrieb
Sobald du arbeitest, greifen weitere Kostenblöcke:
- Wareneinsatz
- ggf. Personal
- Verpackung
- Wartung & Reparaturen
- Buchhaltung, Software, Kleinkram
Viele Gründer schauen zu sehr auf den Umsatz einzelner guter Tage und zu wenig auf den Durchschnitt und die Monate, die nicht laufen.
Genau hier entscheidet sich, ob dein Truck dich trägt oder du ihn.
6. Was bedeutet das alles in Summe?
Aus meiner Erfahrung ist eine realistische Gesamtrechnung: ca. 45.000 € bis 80.000 €, um einen Foodtruck zu gründen und die erste Zeit stabil zu überstehen.
Unterhalb dieser Grenze wird es fast immer eng.
Oberhalb dieser Grenze kaufst du dir vor allem Sicherheit, Stabilität und Zeit.
Wichtig:
Nicht alles davon ist "Kosten", vieles ist Investition.
Aber nur, wenn du weißt, wofür du dein Geld einsetzt.
Der entscheidende Punkt: Kosten ohne Konzept sind wertlos
Die größte Gefahr ist nicht, dass ein Foodtruck "zu teuer" ist.
... Wenn du nicht gerade 120.000 € für ein Luxusgefährt ausgibst ...
Die größte Gefahr ist, viel Geld ohne klare Struktur auszugeben.
Kosten machen nur Sinn im Zusammenhang mit:
- deinem Konzept
- deinen Einsätzen
- deiner Zielgruppe
- deinem gewünschten Einkommen
Genau hier scheitern viele: Nicht an der Summe, sondern an der fehlenden Einordnung.
Wie du jetzt sinnvoll weitermachst
Wenn du nach diesem Artikel merkst: "Ich brauche keine Schätzung, sondern eine echte Entscheidungsgrundlage", dann ist der nächste logische Schritt kein weiterer Blogartikel, sondern Struktur.
Das Gründer Bundle ist genau für diese Phase gedacht:
- Buch → Realität & Erwartungshaltung
- Workbook → Konzept & Ausrichtung
- Businessplanvorlage → Zahlen, Kosten, Tragfähigkeit
Nicht als Motivation, sondern als Werkzeug, um herauszufinden, ob und wie sich dein Foodtruck für dich rechnen kann.
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