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Gebrauchten Food Truck kaufen - Schnäppchen oder Fass ohne Boden?

Worauf es bei einem gebrauchten Foodtruck ankommt

20.01.2022 / aktualisiert am 24.01.2026

Motorhaube eines Citroen HY-Oldtimers

Einen gebrauchten Food Truck zu kaufen klingt erst einmal vernünftig.

Geringere Einstiegskosten, schneller Start, weniger Risiko – zumindest auf dem Papier.

In der Praxis stehen viele Einsteiger aber genau hier vor der größten Unsicherheit: Woran erkenne ich, ob ich gerade ein solides

Arbeitsgerät kaufe – oder ein teures Problem?

Dieser Artikel ist keine Checkliste zum Abhaken.

Er soll dir helfen, die richtigen Fragen zu stellen, bevor du überhaupt verhandelst.

Ein Food Truck ist kein normales Gebrauchtfahrzeug

Der größte Denkfehler gleich zu Beginn: Ein Food Truck ist kein normales KFZ mit ein paar Extras.

Du kaufst:

  • ein Fahrzeug
  • eine Küche
  • ein genehmigungspflichtiges Arbeitsumfeld
  • und ein zukünftiges Alltagsinstrument

Der technische Zustand des Motors ist wichtig. Aber oft nicht der kritischste Punkt.

Wenn du wenig Ahnung von Fahrzeugen hast: hol dir Hilfe

Das ist kein Zeichen von Schwäche, sondern von Professionalität.

Wenn du selbst kein technisches Verständnis hast:

nimm eine Begleitperson mit
idealerweise jemanden, der schon Gebrauchtfahrzeuge gekauft hat
oder technisch affin ist

Vier Augen sehen mehr als zwei – vor allem, wenn du emotional bereits "Ja" sagen willst.

Alternativ (und oft sinnvoll): ein Gebrauchtwagencheck bei einer Prüfstelle, sofern der Verkäufer zustimmt.

Der kostet überschaubar Geld – kann aber teure Überraschungen verhindern.

Wichtig: Dieser Check beurteilt in der Regel nur das Fahrzeug, nicht den Gastro-Aufbau.

Truck oder Trailer? Gebraucht oder neu?

Diese Frage solltest du nicht beim Besichtigungstermin klären, sondern vorher.

Ein paar grundsätzliche Unterschiede:

Truck:

  • kompakter
  • flexibler
  • oft teurer in Anschaffung & Wartung

Trailer:

  • günstiger
  • mehr Platz
  • aber abhängig vom Zugfahrzeug

Und gebraucht vs. neu?

gebraucht = schneller, günstiger, aber kompromissbehaftet
neu = planbar, aber teuer

Es gibt kein "richtig" oder "falsch".

Aber es gibt passend und unpassend – und das hängt allein von deinem Konzept ab.

Der häufigste Fehler: Truck kaufen, bevor das Konzept klar ist

Das ist der Punkt, an dem es wirklich teuer werden kann.

Ein Food Truck ist keine leere Hülle, die man beliebig umbaut.

Umbauten kosten:

  • Zeit
  • Geld
  • Nerven
  • und oft mehr als gedacht

Ein perfekt ausgestatteter Burger-Truck ist für Crêpes, Bowls oder Currys oft schlicht unbrauchbar – oder nur mit großem Umbauaufwand.

Deshalb gilt: Nicht der Truck bestimmt dein Konzept – sondern dein Konzept den Truck.

Wenn du dein Konzept noch nicht sauber formulieren kannst, kaufe noch keinen Food Truck.

Worauf du beim Aufbau unbedingt achten solltest

Neben dem Fahrzeug selbst ist der Aufbau entscheidend. Prüfe u. a.:

Gasanlage

  • fachgerecht installiert?
  • Prüfprotokoll vorhanden?

Hygiene

  • Wände & Arbeitsflächen
  • leicht zu reinigen
  • lebensmitteltauglich

Strom & Wasser

  • saubere Trennung
  • funktionierende Systeme

Dokumentation

  • Abnahmen
  • Nachweise
  • Umbauten nachvollziehbar?

Und ein oft übersehener Punkt: Ist der Wagen als Verkaufsfahrzeug eingetragen?

Wenn nicht, kommen zusätzliche Abnahme- und Umrüstkosten auf dich zu.

Kaufe nicht von Bildern – kaufe von Menschen

Egal ob Händler oder Privatverkauf:

  • Schau dir den Truck persönlich an
  • Rede mit dem Verkäufer
  • stelle unbequeme Fragen

Achte auf:

  • Ausweichende Antworten
  • fehlende Unterlagen
  • "Das passt schon so"-Aussagen

Vertrauen ist kein Gefühl – es ist ein Ergebnis aus Transparenz.

Und ganz klar: Kaufe niemals rein online. Leiste keine Anzahlungen für etwas, das du nicht gesehen hast.

Schau dir mehrere Trucks an – wirklich

Ein einzelner Besichtigungstermin reicht selten.

Erst im Vergleich merkst du:

was Standard ist
was gut gelöst ist
was problematisch wirkt

Werde nicht nervös, nur weil du "schon lange suchst".

Ein Fehlkauf kostet dich mehr als ein paar Wochen Geduld.

Stell dich hinein – und hör auf dein Bauchgefühl

Am Ende ein einfacher, aber wichtiger Test:

Stell dich in den Truck.

Beweg dich darin.

Stell dir einen echten Arbeitstag vor.

Und dann zwei Fragen:

  1. Sehe ich mich hier wirklich arbeiten?
  2. Vertraue ich der Person, die mir das hier verkauft?

Wenn eine davon klar mit Nein beantwortet wird: geh.

Bevor du kaufst: kläre dein Konzept

Viele Fehlkäufe entstehen nicht aus Unwissenheit über Technik, sondern aus unklaren Anforderungen.

Wenn du merkst: "Ich weiß noch nicht genau, was ich brauche – nur, dass ich starten will", dann ist genau jetzt der richtige Moment, nicht zu kaufen, sondern zu sortieren.

👉 Das Workbook hilft dir, dein Konzept so klar zu formulieren, dass du weißt:

welche Geräte du brauchst
welche Kompromisse akzeptabel sind
und welche nicht

👉 Das Start-Bundle ist sinnvoll, wenn du zusätzlich realistisch einschätzen willst, ob ein Food Truck grundsätzlich zu dir passt – bevor du dich auf ein konkretes Fahrzeug festlegst.

Beides spart dir am Ende Geld.

Weil Klarheit billiger ist als Umbau.

Fazit – kurz und ehrlich

Ein gebrauchter Food Truck kann ein sehr guter Einstieg sein.

Oder ein sehr teurer Fehler.

Der Unterschied liegt selten im Lack.

Sondern in Vorbereitung, Fragen und Geduld.


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