Work-Life-Balance mit einem Food Truck
Warum das kein Zeit-, sondern ein Strukturproblem ist
05.11.2021 / aktualisiert am 13.02.2026
Ein Food Truck ist selten ein 40-Stunden-Job.
In der Praxis arbeiten die meisten Food-Trucker deutlich mehr.
Mittagstisch unter der Woche, Caterings und Events am Wochenende – schnell summieren sich die Stunden. Und zwar nicht nur die Zeit hinter der Verkaufsklappe.
Warum "nur zwei Stunden Verkauf" ein Mythos sind
Von außen wirkt es oft so: "Ihr steht ja nur zwei Stunden mittags da."
Die Realität sieht anders aus.
Zu einem zweistündigen Verkauf kommen je nach Konzept:
- Vorbereitung (Produktion, Mise en Place)
- Einkauf & Logistik
- Fahrzeiten
- Reinigung & Hygiene
- Abrechnung & Buchhaltung
- Kommunikation & Organisation
Aus zwei Stunden Verkauf werden so acht, zehn oder zwölf Stunden Arbeit.
Im Catering- und Eventbereich sind 12-Stunden-Tage eher die Regel als die Ausnahme.
Mein persönlicher Negativrekord lag bei knapp 100 Stunden in einer Woche.
Zombie-Modus.
Spätestens dann merkt man: Zeit ist keine Ressource, die unendlich skalierbar ist.
Das eigentliche Problem heißt nicht Work-Life-Balance
Der Begriff "Work-Life-Balance" ist irreführend.
Denn das Problem ist nicht mangelnde Disziplin oder falsches Mindset.
Das Problem ist meist:
- falsche Einsatzarten
- schlechte Standortauswahl
- zu viele unprofitable Tage
- und fehlende Priorisierung
Kurz: ein ungefiltertes Geschäftsmodell.
Der Hebel: Verdienen ≠ Beschäftigt sein
Der erste Schritt raus aus dem Hamsterrad ist brutal ehrlich:
Womit verdiene ich mein Geld – und womit beschäftige ich mich nur?
Wenn du feststellst, dass:
- zwei Caterings mehr bringen als
- fünf Tage Mittagstisch
… dann ist das keine philosophische Frage, sondern eine wirtschaftliche.
Natürlich lässt sich das nicht von heute auf morgen umstellen.
Aber ohne klares Ziel bleibt alles gleich.
Mittagstisch: ehrlich rechnen statt emotional festhalten
Viele Food-Trucker halten an Standorten fest, obwohl sie sich nicht lohnen.
Warum?
- aus Gewohnheit
- aus Angst vor "Leerlauf"
- aus Verantwortungsgefühl gegenüber Stammkunden
Aber: Unrentable Standorte kosten dich nicht nur Geld – sie kosten dich Lebenszeit.
Wenn ein Standort:
- dauerhaft zu wenig Portionen bringt
- kaum Spielraum für Optimierung lässt
- nur "den Tag füllt"
… dann ist er kein Standort, sondern ein Zeitfresser.
Du bist niemandem verpflichtet, dich dauerhaft unter Wert zu verkaufen.
Schon gar nicht dir selbst oder deiner Familie gegenüber.
Dasselbe gilt für Events & Selbstzahler-Formate
Auch hier gilt:
- Standgebühren
- Anfahrt
- Aufbau
- Risiko
- lange Tage
Was zählt, ist nicht der Umsatz, sondern das, was nach Abzug aller Kosten übrig bleibt – inklusive deiner Zeit.
Wenn du bei der Angebotserstellung schon Bauchschmerzen hast, ist das meist ein ziemlich verlässliches Warnsignal.
Die einfachen, aber unbequemen Fragen
Bei allem, was du tust, solltest du dir regelmäßig diese zwei Fragen stellen:
- Lohnt sich das aktuell?
- Hat es realistisch das Potenzial, sich künftig zu lohnen?
Wenn du beide Fragen verneinst, ist es kein Durchhalteproblem – sondern ein Entscheidungsproblem.
Fazit
Work-Life-Balance im Food-Truck-Business entsteht nicht durch:
- weniger Ehrgeiz
- bessere Zeitplanung
- oder härteres Durchziehen
Sondern durch:
- klare Prioritäten
- saubere Wirtschaftlichkeit
- und den Mut, Dinge wegzulassen
Die Freiheit, selbst zu entscheiden, wofür du deine Zeit einsetzt, ist einer der Hauptgründe, warum man sich selbstständig macht.
Nutze sie.
Weniger arbeiten. Mehr verdienen. Aber strukturiert.
Work-Life-Balance entsteht nicht durch weniger Aufträge.
Sondern durch die richtigen Aufträge.
- Wenn du dich vom täglichen Kleinklein lösen willst,
- wenn du nicht mehr jeden Standort aus Pflichtgefühl anfahren möchtest
- und wenn du dein Catering so aufstellen willst, dass es planbar, profitabel und effizient läuft –
dann brauchst du eine klare Strategie.
Im Food Truck Catering Code zeige ich dir,
- wie du dein Geschäftsmodell bewusst auf ertragreiche Aufträge ausrichtest
- wie du deine Saison strukturierst
- wie du deine Preise selbstbewusst durchsetzt
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