Food Truck Beratung
Erfolgreich ins Streetfood Business starten!

Lohnt sich ein Einstieg ins Food Truck Business überhaupt noch?

Eine ehrliche Einordnung aus der Praxis 2026

18.05.2025 / aktualisiert am 18.01.2026

Cartoon-Foodtruck mit €-Zeichen

Diese Frage begegnet mir seit Jahren.

Und sie kommt fast nie von Menschen, die bereits mitten im Foodtruck-Alltag stecken, sondern von denen, die noch davorstehen. Manchmal voller Euphorie, manchmal mit einem mulmigen Gefühl – fast immer mit der Sorge, ob sie "zu spät dran" sind.

Ist der Markt nicht längst überlaufen?

War das nicht eher ein Thema von 2015?

Kann man damit heute überhaupt noch vernünftig Geld verdienen?

Ich antworte darauf bewusst nicht mit Zahlenkolonnen oder Trendgrafiken, sondern mit etwas anderem: Erfahrung.

Nicht als absolute Wahrheit, sondern als Einordnung aus vielen Jahren operativer Praxis über verschiedene Marktphasen hinweg.

Der Foodtruck-Hype ist vorbei - und das ist keine schlechte Nachricht

Als ich angefangen habe, waren Foodtrucks noch etwas Besonderes.

Streetfood war neu, urban, international. Ein Truck allein reichte oft schon aus, um Aufmerksamkeit zu bekommen. Veranstalter waren neugierig, Kunden tolerant, vieles durfte sich erst entwickeln.

Diese Phase ist vorbei.

Foodtrucks sind heute kein exotisches Konzept mehr, sondern ein fester Bestandteil des Außer-Haus-Marktes. Sie stehen auf Firmenparkplätzen, bei Sommerfesten, Hochzeiten, Kongressen oder Gesundheitstagen. Auftraggeber vergleichen Angebote. Erwartungshaltungen sind klarer. Fehler werden weniger verziehen.

Aus meiner Sicht ist das keine Verschlechterung, sondern eine Normalisierung.
Ein Markt ohne Hype ist ehrlicher. Er belohnt nicht mehr bloß die Idee, sondern die Umsetzung.

Die falsche Frage: "Geht das überhaupt noch?"

Die Frage, ob sich ein Foodtruck grundsätzlich noch lohnt, führt in die Irre.

Sie tut so, als gäbe es eine allgemeingültige Antwort – unabhängig von Person, Konzept, Einsatzgebiet oder Erwartungshaltung.

Die wichtigere Frage lautet: Unter welchen Bedingungen lohnt sich ein Foodtruck heute und für wen nicht?

Denn in der Realität existieren beide Extreme nebeneinander:

  • Foodtrucks, die sehr gut funktionieren
  • und solche, die nach ein oder zwei Jahren still verschwinden

Der Unterschied liegt selten im Fahrzeug.
Und fast nie im Trend.

Romantik vs. Realität: Der Alltag im Foodtruck

Ein Foodtruck ist kein Lifestyle-Projekt.
Er ist kein Kompromiss zwischen Angestelltenjob und Selbstständigkeit.
Und er ist auch kein garantierter Weg zu mehr Freiheit.

Ein Foodtruck ist vor allem eines: ein hoch operatives Geschäft.

lange Tage
körperliche Arbeit
Wetterabhängigkeit
unregelmäßige Umsätze
Verantwortung für Technik, Hygiene, Personal und Kunden
Organisation, die man nicht sieht, aber jeden Tag spürt

Das ist nicht per se negativ.

Aber es ist etwas völlig anderes als das Bild, das viele mit Streetfood verbinden.
Viele Entscheidungen scheitern nicht an fehlender Motivation, sondern an falschen Erwartungen.

Leiser Hinweis an dieser Stelle:
Wenn dich diese Beschreibung eher erdet als abschreckt, bist du näher an der Realität als viele andere.
Genau für diese Phase – zwischen Idee und Entscheidung – habe ich mein Buch zur Foodtruck-Gründung geschrieben: nicht als Motivation, sondern als nüchterne Entscheidungsgrundlage. Du findest es hier 👉 zum Buch "Wenn Food Truck, dann richtig"

Markt & Wettbewerb: nicht tot, aber anspruchsvoll

Aus meiner Erfahrung hat sich der Markt in den letzten Jahren vor allem in einem Punkt verändert: die Anforderungen sind gestiegen.

  • Veranstalter erwarten Zuverlässigkeit
  • Firmenkunden erwarten Geschwindigkeit und Planbarkeit
  • Behörden erwarten saubere Prozesse
  • Kunden erwarten Qualität – nicht Erklärungen

Ein Foodtruck ist heute kein Experiment mehr, das man "mal ausprobiert".
Er ist ein unternehmerisches Vorhaben, das von Anfang an ernst genommen werden muss.
Nicht als Abschreckung – sondern als Realitätscheck.

Hohes Einkommen: möglich, aber nicht automatisch

Die vielleicht wichtigste Frage wird oft nur indirekt gestellt: Kann man davon leben?

Meine ehrliche Antwort: Ja, das ist möglich. Teilweise sogar sehr gut.

Aber nicht automatisch und nicht ohne saubere Kalkulation.

Entscheidend ist nicht der Umsatz an einem sehr guten Tag, sondern:

  • die durchschnittliche Auslastung
  • die Anzahl wirklich sinnvoller Einsätze
  • die Fixkosten
  • der persönliche Arbeitszeit-Einsatz

Viele unterschätzen:

wie stark einzelne schwache Monate ins Gewicht fallen
wie schnell Zusatzkosten Margen auffressen
wie wenig vom Umsatz am Ende tatsächlich übrig bleibt

Wer an diesem Punkt nicht rechnen will, sondern hofft, wird früher oder später enttäuscht.
Wer nüchtern rechnen kann, gewinnt dagegen Klarheit.
Genau dafür ist mein Workbook zur wirtschaftlichen Planung gedacht – nicht als Businessplan-Vorlage, sondern als Werkzeug für tragfähiges Konzept und ehrliche Zahlen. Hier geht's 👉 zum Workbook

Warum manche Foodtrucks funktionieren und andere nicht

Nach vielen Jahren in diesem Umfeld sehe ich immer wieder ähnliche Muster.

Erfolgreiche Foodtrucks haben selten:

  • das spektakulärste Konzept
  • den teuersten Ausbau
  • die längste Karte

Was sie stattdessen haben:

  • ein klar definiertes Einsatzgebiet
  • realistische Erwartungen
  • saubere Abläufe
  • konsequente Nachkalkulation
  • die Bereitschaft, Entscheidungen anzupassen

Sie sagen auch mal Nein.
Und sie betrachten ihren Truck nicht als Selbstausdruck, sondern als Unternehmen.

"Aber andere schaffen das doch auch!?"

Ja.

Aber fast immer unter bestimmten Voraussetzungen:

  • mit hoher operativer Präsenz
  • mit wirtschaftlicher Disziplin
  • mit der Bereitschaft, Verantwortung zu übernehmen
  • mit einem realistischen Blick auf Arbeitszeit und Belastung

Erfolg im Foodtruck-Business ist selten spektakulär.
Aber oft sehr konsequent.

Für wen sich ein Foodtruck heutzutage lohnt

Ein Foodtruck kann heute sehr gut passen für Menschen, die:

operativ arbeiten wollen
Verantwortung mögen
mit Unregelmäßigkeit umgehen können
wirtschaftlich denken
bereit sind, ihr Konzept immer wieder zu hinterfragen

Weniger gut passt er für Menschen, die:

vor allem Freiheit suchen
feste Arbeitszeiten erwarten
Organisation unterschätzen
Konflikten aus dem Weg gehen
hoffen, dass gutes Essen allein reicht

Die wichtigste Erkenntnis

Die meisten Fehlentscheidungen entstehen nicht, weil jemand zu wenig Leidenschaft hat,
sondern weil jemand zu wenig Klarheit hat.

Nicht über den Markt.
Sondern über sich selbst.

Ein Foodtruck ist keine romantische Zwischenlösung.
Er ist eine unternehmerische Entscheidung. Mit Konsequenzen.

Also: Lohnt sich das noch?

Ja.
Für manche.

Nicht, weil der Markt leicht ist.
Sondern weil er ehrlich ist.

Wer weiß, worauf er sich einlässt, kann auch heute noch ein stabiles, wirtschaftlich tragfähiges Foodtruck-Business aufbauen.
Wer dagegen vor allem eine Idee sucht, die sich „irgendwie lohnt“, wird früher oder später enttäuscht sein – unabhängig vom Jahr.

Wenn du nach diesem Text weniger Euphorie, aber mehr Klarheit verspürst, ist das kein schlechtes Zeichen.
Manche Entscheidungen trifft man besser mit offenen Augen als mit glänzenden.


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