Food Truck Beratung
Erfolgreich ins Streetfood Business starten!

Warum ich auch nach 10 Jahren noch auf keinem Food Truck Festival verkauft habe

29.11.2023 / aktualisiert am 06.02.2026

Foodtrucker wartet auf Kundschaft bei einem Streetfood Festival

Als ich mit meinem Food Truck gestartet bin, hatte ich ehrlich gesagt ein mulmiges Gefühl dabei, kein einziges Food-Truck-Festival auf dem Zettel zu haben.

Ich wusste lange nicht, wann ich überhaupt mit dem Verkauf starten kann – Festivals waren gedanklich erst einmal weit weg.

Als es dann losging, habe ich noch versucht, kurzfristig irgendwo unterzukommen.
Ohne Erfolg.

Damals fühlte sich das erst einmal wie ein Fehler an.
Im Rückblick war es eine der besten Entscheidungen, die ich treffen konnte.

Festivals waren nie Teil meines Geschäftsmodells

Relativ schnell wurde mir klar: Ich brauche keine Festivals, um mit meinem Food Truck Geld zu verdienen.

Mehr noch – mir war das Risiko schlicht zu hoch.

  • Teilnahmegebühren im Voraus
  • unklare Besucherzahlen
  • wetterabhängiger Umsatz
  • hohe Belastung in kurzer Zeit

Und vor allem: Ich wollte nicht mehrere tausend Menschen unter maximalem Stress abfertigen, ohne zu wissen, ob sich das am Ende rechnet.

Das mag für andere funktionieren.

Für mich passte es nicht.

Streetfood-Festivals: vom Hype zur Massenware

Zu Beginn meiner Zeit waren Streetfood-Festivals noch etwas Besonderes.

Teilweise mit Eintritt, klarer Kuratierung und echter Aufmerksamkeit.

Dann änderte sich das Bild:

  • plötzlich hatte jedes Dorf sein "erstes Streetfood-Festival"
  • Veranstalter fingen an, Trucks telefonisch zusammenzukratzen
  • bekannte Trucks verschwanden aus den Line-ups
  • der Unmut unter Teilnehmenden wuchs öffentlich sichtbar

Als Besucher – und erst recht als Betreiber – merkte man: Das Besondere war weg.

5 Gründe, warum ich nie auf einem Festival verkauft habe

1. Konkurrenz auf engstem Raum

Ich hatte schlicht keine Lust, mit 15–25 anderen Trucks um dieselben hungrigen Besucher zu konkurrieren.

Denn:

Menschen essen auf einem Festival nicht bei allen
meist bei zwei, vielleicht drei Anbietern
danach sind sie satt

Damit sich das lohnt, müssen die Besucherzahlen extrem hoch sein – und zwar real, nicht versprochen.

Die bekannten Sätze der Veranstalter … "Genau dein Konzept fehlt uns noch." … hören alle Trucks.

2. Teilnahmegebühren mit offenem Ausgang

Typische Rechnung:

  • 400 € Standgebühr pro Tag
  • Müllpauschale
  • Marketingpauschale
  • Freimarken

Schnell bist du bei 1.000 € Fixkosten, bevor du eine Portion verkauft hast.

Ja, man kann 3.000–5.000 € Umsatz machen.

Aber nach:

  • Wareneinsatz
  • Personal
  • Fahrt
  • Vorbereitung

bleibt oft weniger übrig, als der Aufwand rechtfertigt.

3. Hohes Floprisiko

Was passiert, wenn:

  • das Wetter kippt
  • eine Parallelveranstaltung läuft
  • der Veranstalter schlecht organisiert ist
  • oder (auch schon erlebt) insolvent geht?

Das Risiko war mir zu hoch.

Vor allem, wenn die Gebühren vorab bezahlt sind.

4. Unverbindliche Versprechen

"Wir erwarten 10.000 Besucher."

Vielleicht.
Vielleicht auch nicht.

Nach ein paar frühen Erfahrungen (auf Nicht-Festival-Veranstaltungen) mit überzogenen Erwartungen habe ich gelernt, solche Aussagen nicht mehr in meine Kalkulation einzubeziehen.

Wer Veranstaltungen per Kaltakquise füllen muss, hat meist ein anderes Problem.

5. Catering schlägt Festival – immer

Der wichtigste Punkt: Festivals erfordern lange Vorlaufzeiten.

Du blockierst Wochenenden Monate im Voraus – auf eigenes Risiko.

Catering funktioniert genau andersherum:

  • planbar
  • besser kalkulierbar
  • höhere Wertschöpfung
  • deutlich weniger Zufall

Als klar war, dass mein Catering-Geschäft so gut läuft, dass ich es priorisieren will, war das Thema Festival endgültig erledigt.

Warum Lotto spielen, wenn ich eine verlässliche Schiene habe?

Warum ich trotzdem lange im Mittagsgeschäft war

Der Mittagstisch ist für viele Food Trucks ein Sprungbrett:

  • Sichtbarkeit
  • Bekanntheit
  • Vertrauen

Online reicht dafür nicht.

Menschen müssen real bei dir gegessen haben, bevor sie dich weiterempfehlen oder buchen.

Der große Unterschied zum Festival:

  • kein Teilnahmeentgelt
  • überschaubarer Aufwand
  • Stammkundschaft möglich
  • Standorte wechselbar

Wenn ein Standort nicht läuft, ziehst du weiter.
So einfach ist das.

Welche Alternativen gibt es zu Festivals?

Eine ganze Menge:

  • Messen
  • Firmen-Events (auf Selbstzahler-Basis)
  • Sport- und Kulturevents
  • Tage der offenen Tür

Gerade Nischenmessen (2.000–5.000 Besucher) sind spannend:

  • überschaubare Konkurrenz
  • zahlungsbereites Publikum
  • faire Provisionsmodelle statt Fixgebühren
  • und oft: B2B-Zielgruppe

Wer bucht eher ein Catering?

die Sonntagsfamilie
oder der Mensch, der beruflich unterwegs ist?

Fazit

Food-Truck-Festivals sind kein Muss.

Sie können funktionieren – müssen es aber nicht.

Wichtiger als irgendein Trend ist die Frage:

  • Was passt zu mir?
  • Was ist planbar?
  • Was trägt mein Geschäft langfristig?

Diese Fragen solltest du dir regelmäßig stellen.

Nicht einmal – sondern immer wieder.

Ob Mittagstisch, Catering oder Selbstzahler-Events – entscheidend ist, über welche Schiene du deine Umsätze erzielen willst.

Im Food-Truck-Workbook leitest du systematisch her, welche Einsatzarten zu deinem Konzept, deinem Alltag und deinen wirtschaftlichen Zielen passen – statt dich blind an Trends oder vermeintlichen „Pflichtformaten“ zu orientieren.

👉 zum Food-Truck-Workbook


Ähnliche Artikel:

5 Fehler, die Quereinsteiger häufig machen

Wie viel Geld kann mit einem Food Truck wirklich verdienen?

Warum du als Food Trucker mehr verdienen musst als "zum Leben reichts"

Solltest du noch mehr Blog-Artikel lesen wollen, findest du sie hier.