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Warum du dir als Food Trucker in den meisten Fällen eine teure Kaffeemaschine sparen kannst

14.10.2021 / aktualisiert am 03.02.2026

Barista bereitet Kaffee an einer Siebträgermaschine zu

Kaffee hat eine fantastische Marge.

Das ist unbestritten.

Ein paar Gramm Bohnen, etwas Milch, heißes Wasser – Verkaufspreis 3 bis 5 Euro.

Rein rechnerisch ein Traum.

Und trotzdem ist Kaffee für die meisten Food Trucks im Tagesgeschäft kein relevanter Umsatztreiber, sondern eher ein nettes Beiwerk.
Oder – je nach Investitionshöhe – sogar ein unnötiger Klotz am Bein.

Warum das so ist, schauen wir uns jetzt nüchtern an.

Hohe Marge ≠ hoher Umsatz

Der Denkfehler beginnt meist hier: "Wenn ich pro Kaffee 70–80 % Marge habe, muss sich das doch lohnen."

Nein.

Marge ist nur dann relevant, wenn auch Volumen vorhanden ist.

Und genau daran hapert es im klassischen Food-Truck-Mittagsgeschäft.

Das Umfeld entscheidet – nicht die Qualität

Die meisten Food Trucks stehen mittags in:

  • Bürogebieten
  • Gewerbegebieten
  • Industriearealen

Und dort gilt eine einfache Regel: Kaffee ist bereits vorhanden. Kostenlos.

In fast jedem Büro steht heute:

  • ein Vollautomat
  • eine Filtermaschine
  • oder zumindest irgendein akzeptabler Koffeinspender

Ob der Kaffee gut ist, ist dabei zweitrangig.

Er ist da – und er kostet nichts.

Für 80–90 % der Menschen reicht das völlig aus.

Der durchschnittliche Büroarbeiter denkt mittags nicht: "Ich hätte jetzt gerne einen sensorisch perfekt extrahierten Flat White."

Sondern: "Ich brauch was Warmes mit Koffein im Magen – und zurück an den Schreibtisch."

Food Truck ≠ Café

Das ist der nächste Punkt, den viele unterschätzen.

Ein Food Truck ist:

  • schnell
  • funktional
  • zweckorientiert

Ein Café ist:

  • Aufenthaltsort
  • sozialer Treffpunkt
  • "Sehen und gesehen werden"

In der Innenstadt zahlt man 5,50 € für einen Latte mit Hafermilch, weil:

man sitzt
man zeigt sich
man zelebriert

Am Food Truck?

  • stehen
  • warten
  • essen
  • weg

Kaum jemand stellt sich nach dem Essen nochmal extra an, nur um einen Kaffee zu holen.

Die Kosten sind real – nicht theoretisch

Gewerbliche Kaffeemaschinen kosten Geld.
Richtig Geld.

  • vernünftiger Vollautomat: 2.000–4.000 €
  • Siebträgermaschine: 3.000–6.000 €

plus:

  • Mühle
  • Wasseraufbereitung
  • Wartung
  • Reparaturen
  • Strom

Diese Investition über den Mittagsverkauf zu amortisieren, ist für die meisten Trucks schlicht unrealistisch.

Zeit ist dein knappstes Gut

Jetzt wird’s entscheidend.

Eine Siebträgermaschine:

  • braucht Aufmerksamkeit
  • braucht Handarbeit
  • braucht Zeit

In der Zeit, in der du: einen Cappuccino zubereitest

kannst du: zwei bis drei Hauptgerichte ausgeben

Und jetzt die ehrliche Rechnung:

  • ein Kaffee: 3 - 4 € Umsatz
  • 2 bis 3 Hauptgerichte: 12 - 30 € Umsatz

Gleiche Zeit – völlig anderer Effekt auf deinen Tagesumsatz.

Wenn die Schlange lang ist, ist Kaffee kein Zusatzgeschäft – sondern ein Bremsschuh.

Wann Kaffee trotzdem Sinn macht

Es gibt Ausnahmen.
Und die sollte man klar benennen.

1. Caterings & Events

Bei:
Hochzeiten
längeren / größeren Firmenevents

wird Kaffee oft explizit erwartet – und auch bezahlt. Es wird natürlich nicht explizit erwartet, dass es bei jedem Food Truck auch Kaffee gibt. Aber es wird erwartet, dass bei länger andauernden und/oder großen Firmenveranstaltungen auch mindestens ein bis zwei Anbieter für den Kaffee da sind. Und bei Hochzeiten ist "Kaffee & Kuchen" mindestens ein Tagesordnungspunkt.

Hier funktioniert:

  • Kaffeepauschale
  • Zusatzoption
  • Aufwertung des Gesamtpakets

Nicht als Einzelverkauf, sondern als Teil des Auftragswerts.

2. Passendes Gesamtkonzept

Wenn dein Truck:

  • ohnehin auf Genuss, Ruhe, Qualität ausgelegt ist
  • nicht auf Durchsatz
  • kann Kaffee stimmig sein.

Aber dann bist du konzeptionell näher am mobilen Café als am klassischen Lunch-Truck.

Das ehrliche Fazit

Kaffee ist kein Selbstläufer.
Keine Pflicht.
Kein Garant für mehr Gewinn.

Im Mittagsgeschäft ist er für die meisten Food Trucks:

  • verzichtbar
  • nebensächlich
  • wirtschaftlich irrelevant

Eine teure Kaffeemaschine macht aus einem Food Truck kein besseres Business, sondern oft nur ein komplizierteres.

Wenn Kaffee bei dir funktioniert: gut.
Wenn nicht: lass es.

Dein Umsatz entscheidet sich woanders.

Kaffee ist ein Detail – dein Geschäftsmodell entscheidet

Ob sich Kaffee für dich lohnt oder nicht, ist am Ende keine Geschmacksfrage, sondern eine unternehmerische Entscheidung.
Entscheidend ist, wo du dein Geld verdienst: im schnellen Mittagsgeschäft – oder bei lukrativen Caterings, bei denen Zusatzleistungen wie Kaffee tatsächlich Sinn ergeben.

Wenn du verstehen willst,

  • warum Caterings wirtschaftlich fast immer überlegen sind,
  • wie du deinen Truck weg vom Tagesumsatz und hin zu planbaren Aufträgen entwickelst
  • und welche Zusatzleistungen wirklich Geld bringen (und welche nur Arbeit machen),

dann wirf einen Blick in den Food Truck Catering Code.

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